Gnadenkirche Setterich

An der Gnadenkirche 1, 52499 Baesweiler-Setterich, Tel.: (02401) 51 408

  • Eingeweiht 1958
  • ca. 380 Plätze
  • Gottesdienste: sonntags um 10.15 Uhr, einmal im Quartal nicht in der Kirche, sondern in der Kapelle des Altenheims Setterich, An der Burg 1
  • Nach dem Gottesdienst gibt's Kirchencafé
  • Kinderkirchenmorgen: An jedem 3. Samstag im Monat von 10 bis 12 Uhr im Gemeindehaus

Bald nach dem Bezug der Bergmannssiedlung in Setterich ab dem Sommer 1954 erkannte das Presbyterium der damaligen Gemeinde Baesweiler die Notwendigkeit einer eigenen Kirche in Setterich. Zwar stellte die katholische Gemeinde St. Andreas großzügigerweise ihre Notkirche zur Verfügung, doch wurde dies allgemein nur als Provisorium angesehen.

Ein Hauptproblem des Baus war die Finanzierung, die für die arme Bergmannsgemeinde nur schwer zu bewerkstelligen war. So mussten die ersten Entwürfe aus den Jahren 1955/56 aus Kostengründen verworfen werden.

Die Kirchenleitung empfahl dann als Architekten Prof. Fritz G. Winter aus Krefeld, dessen zweiter Entwurf schließlich die kirchenaufsichtliche Genehmigung erhielt, obwohl der Kirchenraum notgedrungen zu klein konzipiert war.

Im Herbst 1956 konnte der Bau von Kirche und Pfarrhaus endlich beginnen! Die Bauleitung lag in den Händen des Architekten Josef Jorgas aus Baesweiler. Am Bau beteiligten sich die recht mittellosen Gemeindeglieder durch über 10.000 Arbeitsstunden!

Am 23. Februar 1958 wurde die Gnadenkirche eingeweiht. Es handelte sich dabei um ein kleineres Gemeindezentrum unter einem Dach, bestehend aus drei Räumen für die Gemeindearbeit und einem Gottesdienstraum mit 250 Plätzen. Die Außenwände waren aus weiß verputztem Backstein errichtet.

Ebenfalls aus Kostengründen wurde auf den Bau eines zuerst geplanten Glockenturms verzichtet. Der 23 m hohe Kreuzträger aus Stahlrohr war die preisgünstigere Alternative. Die fünf recht kleinen Glocken der Kirche hängen im Dachstuhl, was akustisch keine günstige Lösung ist.

Die alte Weisheit „Falsches Sparen verursacht zusätzliche Kosten“ bewahrheitete sich in der Folgezeit mehrfach:

Wie vorhergesagt, erwies sich der Gottesdienstraum als zu klein für das damalige Teilnahmeverhalten. Daher war eine Erweiterung dringend vonnöten. Die wirtschaftlich sinnvolle Lösung, einen großen Saal, der mit Schiebetüren zur Kirche hin zu öffnen wäre, rechtwinklig anzubauen, so wie es kurz vorher an der Friedenskirche in Baesweiler erfolgte, untersagte der Architekt aus ästhetischen Gründen.

So mussten der Erweiterung des Kirchenraums die Gemeinderäume geopfert werden.

Der Umbau, einschließlich des Einbaus einer Seitenempore, erfolgte im Sommer und Herbst 1964, seitdem hat die Kirche ca. 420 Sitzplätze.

Der Wegfall aller Gemeinderäume hatte notwendigerweise den Bau eines Gemeindezentrums nördlich der Kirche in den Jahren 1966-68 zur Folge. Da man damals von einem großen Wachstum des Ortes ausging, wurde das Gemeindezentrum sehr großzügig geplant.

Mehrfach gab es Probleme mit den Fenstern der Kirche, auch die Verfugung der Außenwände erwies sich als nicht sonderlich haltbar. Dem wurde mit einer Verkleidung der bis dahin weißen Außenwände durch hellbraune Granitex-Platten im Jahr 1976 abgeholfen. Hier wären sicherlich Klinker ästhetisch gelungener und dauerhafter gewesen, aber die Kosten ...!

1985 konnte nach langjährigen Spendensammlungen und mit dem Erlös von mehreren Gemeindefesten eine dem Raum angemessene Orgel angeschafft werden. Sie umfasst 16 Register auf zwei Manualen und dem Pedal und wurde von der Orgelbaufirma Schumacher aus Baelen bei Eupen erbaut.

1989/90 wurden in einer großen Sanierungs- und Umbaumaßnahme unter Leitung von Bauingenieur Martin Ungar verschiedene Mängel und Schwächen des Baus behoben: Das mit Dachpappe gedeckte Dach wurde mit Welleternit versehen und die Fenster wurden erneuert, ein Vordach errichtet und der Eingangsbereich sowie die Sakristei umgebaut. Dabei konnte auch ein Archiv- und Lagerraum oberhalb der Sakristei eingerichtet werden. Zudem wurde die Glockenstube umgebaut, sodass der Schall jetzt überwiegend in östlicher Richtung abgestrahlt wird.

Die nächsten Jahre waren geprägt von kleinen, aber wirkungsvollen Veränderungen:

1998/99 wurden die 1964 von Prof. Winter der Gemeinde aufgenötigten Prinzipalstücke aus Aluminium gegen solche aus Holz ersetzt. Entwurf und Ausführung stammen von Schreinermeister Egon Höppener aus Setterich.

Im Sommer 2002 wurde die Kirche an die neue Holzpelletheizung des Gemeindezentrums angeschlossen.

Im Herbst 2002 wurden neue Lampen für den Gottesdienstraum angeschafft, welche die Deckengestaltung gut zur Geltung bringen.

Im Juni 2003 wurde nach längerer Planungsphase das Altarpodest um knapp anderthalb Meter verlängert. Damit ist die Abendmahlsausteilung rund um den Altar möglich.

Gernot Ratajek-Greier, Pfr.